Urs Bernet gestaltet die kulturhistorische Monografie «Keramik aus Langnau»

Im 17. und 18. Jahrhundert blühte in Langnau im Emmental die Keramikherstellung. Heute besitzen Museen und Sammler in ganz Europa Langnauer Keramik. Die mit Bildern und Sprüchen bemalten Keramiken sind von grossem kulturhistorischem Wert. Sie zeigen eine vergangene Epoche. Wer Jeremias Gotthelfs Romane mag, der wird die Langnauer Keramiken lieben.

In Langnau wurde seit dem frühen 17. Jahrhundert Keramik produziert. Aber erst mit der Hafnerfamilie Herrmann entstand nach 1670 ein Zentrum für die Herstellung reich verzierter Keramik. Bis 1850 hinterliessen die 56 Hafner dieser Familie ein herausragendes, national bedeutsames kunsthandwerkliches Erbe. Auch in den deutschsprachigen Nachbarländern findet sich in dieser Zeit keine Keramikproduktion von vergleichbarer Qualität.

Grundlage dieses Erfolgs war der wirtschaftliche Aufschwung in den ländlichen Regionen des Kantons Bern, der eine stolze, selbstbewusste, gebildete und religiös motivierte Mittel- und Oberschicht hervorbrachte. Deren Selbstverständnis spiegelt sich in der Langnauer Keramik mit ihren Bildern und Sprüchen aus dem bäuerlichen Alltag des Emmentals.

Andreas Heege, Andreas Kistler, «Keramik aus Langnau»
Andreas Heege, Andreas Kistler, «Keramik aus Langnau»

Die auf zwei Bände angelegte Monografie, die Ende September erscheint, ist der Schlusspunkt eines vierjährigen Forschungsprojekts, das vom Archäologen Andreas Heege und Lokalhistoriker Andreas Kistler initiert und durchgeführt wurde. Obwohl die ausserordentliche Bedeutung der Langnauer Keramik seit dem späten 19. Jahrhundert bekannt ist, stand eine umfassende wissenschaftliche Aufarbeitung bis heute aus. Das Projekt basiert auf einer Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Langnau, allen wichtigen Museen und Sammlungen der Schweiz sowie namhaften Sponsoren. 

Leistungen Textredaktion, Satz und Layout, Korrektorat, Produktionssteuerung